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Freude von allen Seiten

Chor und Orchester der HM: Beim Weihnachtskonzert in der LMU-Aula musizierten SängerInnen und InstrumentalistInnen in gemeinsamer Aufstellung (Foto: Johanna Weber)
Chor und Orchester der HM: Beim Weihnachtskonzert in der LMU-Aula musizierten SängerInnen und InstrumentalistInnen in gemeinsamer Aufstellung (Foto: Johanna Weber)

[14|12|2018]

Weihnachtskonzert von Chor und Orchester in der LMU-Aula mit Rundum-Klang

 

Stille im Zuschauerraum, Schritte auf der Empore: Chor- und Orchestermitwirkende zogen zunächst auf der Empore im Hinteren des Saals ein, dann füllten sich beide Seiten der Empore mit SängerInnen und BläserInnen. Schließlich kamen weitere StreicherInnen und SängerInnen auf die Bühne. Giovanni Gabrielis Werke "Magnificat", "O quam gloriosa" und "Buccinate in neomenia" waren der Grund dieser ungewohnten Aufstellung aller Mitwirkenden, welche Prof. Matthias Stoffels mitten im Zuschauerraum stehend dirigierte.

 

Pompöse Klänge aus vier Himmelsrichtungen

Der venezianische Komponist Gabrieli (1557-1612) verstand zu seiner Zeit noch die Gesamtheit aller Mitwirkenden als "Chor" – eine Gruppe Musizierender, die SängerInnen wie InstrumentalistInnen umfasste. Stimmen und Instrumente inszenierte er ganz nach ihrer Klangwirkung.

 

Der Effekt für das Publikum der LMU Aula: Pompöse Klänge, wechselnd von allen Seiten, die das Motto "Freude!" des Weihnachtskonzerts in den ZuhörerInnen mitschwingen ließ. Die Mehrstimmigkeit reichte bis zum letzten Ton des finalen Hallelujas, das im Stück selbst die Art und Weise des Jubelns besingt: "Wir jubeln Gott mit Saiten und Orgel, mit Pauke und Chor."

 

Stimmen im Widerstreit in Friedrich Kiels 'Stern von Bethlehem': Prof. Matthias Stoffels dirigiert Chor und Orchester der HM (Foto: Johanna Weber)
Stimmen im Widerstreit in Friedrich Kiels 'Stern von Bethlehem': Prof. Matthias Stoffels dirigiert Chor und Orchester der HM (Foto: Johanna Weber)
Wege zum Stern von Bethlehem

Der "Stern von Bethlehem" von Friedrich Kiel (1821-1885) verbreitete die frohe Weihnachtsbotschaft im Wechsel von Chor und zwei SolistInnen. Die Passagen von Isabelle Rejall (Mezzosopran) erzählten von inneren Kämpfen bei der Suche nach Jesu, die Rezitative von Markus Zeitler (Tenor) den Fortgang der Geschichte der Weisen auf dem Weg nach Bethlehem.

 

Von der gottlosen "Finsternis" der Heiden zum göttlichen "Licht" führten die Klänge von Chor und Orchester die ZuhörerInnen durch das Stück zu einem mächtigen Schlusschor: "Himmel freue dich, und Erde sei fröhlich" lauteten dessen erste Worte. Er zog die ZuhörerInnen so in seinen Bann, dass die Pause bis zum Schlussapplaus länger dauerte, als nur einen Atemzug. Jetzt kann Weihnachten kommen.

 

 

Christiane Taddigs-Hirsch